| Datum: Wed, 9. 12. 2009 |
Ort: zu Hause |
Land: Deutschland |
Ja, für alle Neugierigen und Neulinge auf der "Pedalenseite".
ich habe es nicht mehr geschafft, kurz nach Ende meiner Reisezeit, meinn Ankommen zu verkünden. Aber ich bin seit einiger Zeit schon wieder in Deutschland... aber wie das so ist, ein neues altes Leben, neue Projekte, Aufgaben und auch der Kopf und die Zeit wandern schon weiter...
Ich versuche bis Jahresende mal einen letzten Bericht, als Zusammenfassung und Überblick für alle Interessierten zu schreiben. Ich (wir) freuen uns trotzdem weiterhin über Kommentare und Meldungen im Gästebuch... in naher ferner Zukunft soll die Seite auch über arbeitet und weiter genutzt werden.
liebe Grüße Jacob
(ich hoffe ihr hattet Spaß beim Lesen und Bestaunen der Fotos) |
|
|
| |
| Datum: Sun, 21. 6. 2009 |
Ort: Esfahan |
Land: Iran |
Iran…was soll ich dazu sagen... Bevor ich hier herfahren wollte haben die Einen gesagt fahr da nicht hin, das ist gefaehrlich und ein schreckliches Land! Die Anderen (, die selbst schon in Iran waren,) meinten: fahr hin und mach deine Erfahrungen, du brauchst keine Angst zu haben, es ist ein wunderbares Land... Nach ueber einem Monat muss ich sagen, das beide Seiten recht haben, weil politisch betrachtet Iran kein Land zum Leben ist, aber kulturell und menschlich erfahrenswert, weil mensch viel lernen kann! Besonders der Umgang in Alltag und unter Freunden hat mich beeindruckt.
In den ersten Tagen wollte ich eigentlich gleich wieder weg, weil mich zum einen die staendige Fragerei genervt hat (und ich mich noch nicht richtig von meinem Diyabakir-Syndrom –siehe letzten Bericht– erholt hatte).
Am dritten Tag hinter der Grenze treffe ich endlich auf einen der langersehnten Zweiradkomplizen. Nach geteilten Essen und einer langen gespraechsintensiven Pause setzen wir unsere Wege fort (leider in entgegengesetzter Richtung)! Die Landschaft fasziniert mich – es ist trocken und dennoch an vielen Stellen erfrischend gruen! Das meiste davon muss aber kuenstlich bewaessert werden (wie ich spaeter erfahre)! Ergo, alles was im Juni noch gruen und frisch aussieht, geniesst die Vorzuege kuenstlicher, feucht-nasser Abkuehlung!
Die erste Stadt auf meiner Route ist Tabriz! Nach 130km (!) Tagesetappe + 20km chaotischen Nachtverkehr in einer iranischen Milionenstadt und etlichen Stunden, baue ich muede und entnervt (aber auch gluecklich) mein Zelt im Elgoli Park auf! Der Park ist selbst noch nach Mitternacht belebt von Familien und Menschen jeglichen Alters, die Picknicken, Spazieren oder sich bei Karusellfahrten vergnuegen. Auf die Frage ob das nicht gefaehrlich sei hier zu uiebernachten, bekomme ich nur die verwunderte Antwort: “Nein, wieso?” Lange kann ich jedoch nicht schlafen. Am naechsten Morgen werde ich von lauter und anregender Musik so wie einer Stimme, die zeitgleich durch dieLautsprecher droehnt, geweckt. Als ich aus meinem Zelt lunze, kann ich meinen Augen nicht glauben! Vor mir liegt ein kuenstlicher viereckiger See, um den sich hunderte Menschen in grossen Gruppen (vielleicht bis zu fuenzig oder hundert Menschen),aber auch vereinzelt oder paarweise joggend fortbewegen! Runde fuer runde hoere ich stimmen lautes rufen und sehe in Trainingsanzuege verpackte Menschen! Ein schmunzeln kann ich mir nicht verkneifen... Summa Summarum verweile ich ueber eine Woche in Tabriz, lerne ganz unterschiedliche Menschen kennen, die aber eines eint!!! Sie moegen dieses Land und seine Politik nicht!!! Die Gespraeche, die ich in dieser Zeit fuehre machen mich wuetend, traurig und lassen mich zeitweise mit den Traenen kaempfen!
Autofahren!!! Ich sitze in der Mitte im Hinterteil des Autos. Der Fahrer hat seine linke Hand am Steuer, rechte Hand am Schaltknueppel, umklammert aber gleichzeitig noch eine Fernbedienung fuer das Radio (scheint grad modern zu sein) in der Hand (ab und zu telefoniert er noch!). Die Musik droehnt, neben mir wird Gebruellt, um sich zu unterhalten… ausgelassene Stimmung! Warum gehen sie nicht in die disco, wenn sie laute Musik hoeren wollen - gibt es nicht! Oder in eine Bar und trinken ein Bier? Gibt es nicht und Alkohol ist verboten! Beim Blick auf den Verkehr muss ich schnell feststellen, das vieles hier zum alltaeglichen Fahrstil eines iranischen Durschnittsfahrers gehoert: Auf der Strasse tummeln sich Fussgaenger, die unter Gefahr ihres Lebens die Strasse ueberqueren: Zwischen zwei Passantengruppen ist noch eine kleine Luecke - da passt locker noch ein Auto durch (mit 60km/h). Es sind zwar Fahrspuren eingeteilt, aber man orientiert sich lieber an Mittelstreifen. Wenn also dreispurig angezeigt ist kann also locker vier- bis fuenfspurig gefahren werden. Zwei LKWs auf einer dreispurigen Strasse (zwei Fahrbahnmittelstreifen) ergibt eine kleine Gasse -Da passt noch ein Auto durch!! Abbiegen ? Kein problem!! Noch schnell ein Auto ueberholen und in eine Luecke eingeschwenkt … (Ich habe mir mehrmals die Augen aus Reflex zu gehalten). Auf der Landstrasse tummeln sich die Autos wie kleine Ameisen gas geben, ueberholen, bremsen (innerorts wie ausserhalb eine Sache von Zentimetern) Deshalb: ueberholt wird immer auch wenn es eng wird, das klappt schon!! Das es hier sehr eng zugeht ist voellig normal! Rausfahren, Parken, Abbiegen ohne Blick und Blinker!!! Gas geben und los! Wozu ist schliessslich sonst die Bremse des Hintermann oder der Hinterfrau da? Das funktioniert? Irgendwie schon (aber auch mit ner menge Verkehrstoten) Inshallah!!!
Weiter Richtung Sueden besuche ich verschiedene Sehenswuerdigkeiten: das kleine Dorf Kandovan, das als Mini-Kappadokia verkauft wird. Idylisch am Abend und am Morgen, doch irgendwie fuehle ich mitleid, weil die Menschen hier ein ganz normales Bauern- und Landleben fuehren, das tagsueber von Touristenbussen ueberschwemmt wird. Weiter bis nach Malekan, wo es wieder einmal heisst Tee trinken und zu Gast sein. Am naechsten Tage schliesse ich mich einer Gruppe junger Maenner an, zu einem gemeinsamen Wocheende. Die Fahrt geht zum Kuh e Sahant (Berg Sahant). Fotoshooting, Picknicken, Grillen, Fleischessen(!!!) –Ja nach ueber 9 Jahren Vegetarierdasein habe ich bewusst Fleischgegessen, wobei ich bei jedem Bissen mich innerlich entschuldige– Abends Lagerfeuer bis es Zeit wird zu schlafen. In der Nacht werde ich rechtzeitig geweckt, um von 2:00 nachts bis 5:30 morgens im Dunkeln auf 3700m hinauf zu wandern! Der Aufstieg ist schoen, auch wenn er durch den Laerm der Gruppe erheblich gestoert wird, aber auch der staerksten Kehle geht irgendwann die Puste aus so das es Nahe des Gipfels wieder ruhiger wird. Oben angekommen noch schnell alles was zur Verfuegung steht angezogen, um dann in eisigem Wind dem Sonnenaufgang entgegenzusehen. Nach einem gemeinsamen Abstieg und Essen heisst es auch wieder zurueck kehren. In Malekan bin ich mehrere Tage zu Gast, nach einer gemeinsamen Besteigung des Kuh e Sahant (Berg Sahant) und einer Erkundungsfahrt nach Maraque zu dritt auf dem Motorrad (Es passen auch vier Erwachsene auf eine Zweiraedrige Motormaschine) und vielen Gespraechen, faellt es mir schwer Abschied zunehmen. Unter Traenen, fahre ich verwirrt und beruehrt weiter! Ich habe schon oft im Fernsehen geshen wenn Familien weinen und sehr emotional ihrer Trauer ausdruck verleihen, aber das ist genau das was sich hier (in meinen Augen) zwischen den Menschen abspielt, das Leben ist sehr emotional und sehr nah! Es braucht nicht wie in Deutschland Wochen oder Monate (Jahre) um sich nah zu sein!
Takht e Soleiman und Zendan e Soleiman (der Thron und das Gefaengnis des Soleiman) - Beeindruckend! Eine alte Festung der Safaviden und spaeter der Mongolen (ich erhalte eine kostenlose Privatfuherung). Ebenso der durch Ablagerungen entstandene 80m hohe vulkanaehnliche Krater. Am naechsten Tag heisst mein Ziel Ghar e Karaftu (Karaftuhoehle). Bergauf und dann noch kilometerweit ohne Asphlat werde Ich das zweite Mal (seit der Schlammschlacht in Rumaenien) zum schieben meiner lieben Reisegefaehrtin gezwungen. Die Anstrengungen haben sich aber gelohnt, denn wenige Stunden spaeter betrete ich ebenfalls eines der Naturhighlights meiner Reise! Eine riesige Hoehle, deren Formen und Erscheinungen mich verzaubern und fesseln!!! (siehe Fotos) Am Ende meiner Besichtigungstour geht wieder alles seinen Gang: das Schlafplatzproblem loest sich von selbst, da ich von einer kurdischen (Gross)familie zum Essen und Tanzen eingeladen werde. Trotz einiger Warnungen anderer Gastgeber (die meines Erachtesn mehr auf Vorurteilen basierten, als Erfahrungen) begebe ich mich nach zwei Tagen herzlichster Umsorgung weiter in den Westen in die kurdischen Gebiete im Iran. Entlang der iranisch-irakischen Grenze tauche ich fuer ein paar Tage in eine andere Welt ein. (Highlight verdaechtig :-)... Atemberaubende Berge, Aussichten, traditionelle Doerfer, in denen die Menschen noch mit viel Ruhe, und gemaessigtem Tempo das Leben meistern. Schnelligkeit kommt nur durch die Motorraeder auf, die hier super nuetzlich sind! Was hat sich von den Warnungen bestaetigt? Nichts!!! Eher das Gegenteil! Einige Menschen schliessen hier nicht mal ihre Tueren ab (siehe Foto von der Tuer mit dem kleinen Stoeckchen). Ebenso mein Fahrrad lasse ich unangeschlossen und vollbeladen vor der Tuer! Oder in einer Kleinstadt stehen, um Stunden spaeter wieder zurueck zukehren… Die meiste Zeit verbringen die Menschen hier in der Familie, so etwas wie ein eigenes Zimmer gibt es nicht, man verbringt fast die gesamte Zeit des Tages zusammen in einem Raum... Die Erlebnisse und Beobachtungen sind fuer nich einpraegsam... Wie wichtig die Rolle der Famile ist, wird auch an den Fragen deutlich, die die Menschen mir stellen: "Hast du Kontakt zu deiner Familie?" "Vermisst du deine Familie nicht?" Oder Aussagen wie "Ich war noch nie laenger als 4 Tage ohne meine Familie unterwegs". "Ich koennte es nicht laenger als zwei Wochen aushalten, ohne meine Eltern und Verwandten zu besuchen".
Kommunikation? Also in den ersten Tagen ging es noch mit tuerkisch ganz gut und dann habe ich fast ausschliesslich Englisch-lehrer kennen gelernt! Die Folge ist das ich recht wenig Farsi gelernt habe, aber da ich mich in tuerkischen und kurdischen Gebieten aufgehalten habe war das auch nicht noetig (un es vorne weg zunehmen: hier in Esfahan habe ich auch mehr englisch und deutsch gesprochen)
Paradox "Man farsi balad nistam" "Nein ich spreche kein farsi". Diesen satz habe ich gelernt. Nur in dem ich ihn sage praktiziere ich genau das Gegenteil :-) also kann ich auch noch einen weitern satz lernen!!! Es nervt die Neugier und die Blicke und dann den Fragen mit diesem satz zu entgegnen!!!
"Was ist besser tuerkische oder iranische Gastfreundschaft?" Wenn ich von meiner Reise berichte werde ich oft danach gefragt, aber darauf kann ich bisher nur antworten: Die Gastfreundschaft in beiden Laendern ist sehr aehnlich! Der entscheidende Unterschied besteht aber in folgender Tatsache: In Iran kommt es vor, das ich manchmal noch bevor ich nach meinem Namen gefragt werde schon eingeladen bin oder einen Zettel mit einer Telefonnummer in der hand halte, falls ich irgendetwas brauche oder Hilfe benoetige! Die Iraner sind also etwas schneller! Aber es kann auch ganz schoen nerven, wenn man nicht mal mehr sich einen Saft oder eine persoenliche Kleinigkeit selbst kaufen kann, weil man als Gast selbst dies vom Gastgeber bezahlt bekommt, Widerrede fuehrt zu endlosen Diskussionen, die bisher zu nichts gefuehrt haben. Da helfen nur noch Handgreiflichkeiten, wie draenglen, schieben, Geld zurueck geben und vieles mehr, wie ich es auch schon oft bei anderen Iranern auf der Strasse beobachten konnte, wenn es ums Bezahlen ging. (Was davon allerdings ‘taroof’ ist und was nicht weiss ich leider nicht!).
Weiter nach Kermanshah und Hamadan, wo ich aber nicht lange verweile, weil es zu anstrengend ist staendig angesprochen oder begruesst zu werden: Ich nenne es einfach (Diyabakyr-Syndrom). In Hamadan habe ich Schwierigkeiten mein Visum zuverlaengerm weil der zustaendige Beamte mich bis zum letzten Tage warten lassen will und nicht verstehen kann, dass ich gerne schon drei Tage frueher mein Visum verlaengern moechte! Einen Tag zu vor waren die Wahlen, ich bin genervt vom Fahrradfahrer-attraktions sein und und und deshalb beschliesse ich zurueck nach Tabriz zufahren. Ersten weil ich niocht weiss ob ich ein neues Visum bekommen werde und dann lieber in Grenznaehe sein moechte und zweitens fasse ich den entschluss ohne Zweiradbegleitung den Sueden zu erkunden! Rein in den bus, eine Nacht Fahrt und ich begebe mich zurueck in vertrautes Terain, ab in den Elgoli Park und noch ein paar stunden Schlaf abfassen bevor die Jogger kommen!
Die naechsten Wochen werde ich in Der Provinz Fars weiter im Sueden mir die "Perlen" des Iran anschauen... (wenn noch Zeit ist, werde ich anschliessend meine Tour per pedales im Norden fortsetzen, und dann mit dem Zug wieder Richtung Westen aufbrechen!!!) Mit dem Bus nach Esfahan, wo ich in wunderschoener Gesellschaft lande! (Mal wieder Englischlehrer :-), aber das ist eine andere Geschichte und wird zu gegebenen Zeit fortgestzt werden...
Jacob
... to be continued...
|
|
|
| |
| Datum: Sun, 24. 5. 2009 |
Ort: Tabriz |
Land: Iran |
Diesmal wird es eine echte Herausforderung für mich die Erlebnisse auch nur annaehernd wiedergeben zu können...
"unique" ist ein Wort was mir dazu einfaellt, das in einem gespraech mit einem Franzosen darüber aufgetaucht ist. Jedes mal wenn ich jemanden auf meiner Reise treffe und ihm oder ihr versuche zu erklaeren warum dieser oder jener Ort etwas besonderes sein könnte (bzw. ich ihn mit schoenen Erinnerungen verbinde), taucht eine riesen Leere auf der Zunge auf, dabei ist das Herz und der Kopf voller Erinnerungen, lebendiger Momente! Aber das ist es eben was ich nicht wieder geben kann und auch nicht teilen kann, den Moment und die Begegungen, weil sie eben "unique" - einzigartig sind! Eine Landschaft laesst sich da noch etwas beschreiben und taucht vielleicht vor dem Auge der LeserIn auf, ... aber eine Begegnung mit einem Menschen, das ist schwer (fuer mich) in Worte zu fassen. Natuerlich laesst sich eine Einladung zum Essen, die Art der Aufmerksamkeit die mir als Gast zu Teil wird, Familienleben und und und beschreiben... aber es faellt mir schwer die richtigen Worte zu finden... doch vorne weggenommen das soll hier kein schwaermen und traeumen werden, denn Leben in einem Land und Urlaub machen/ Gast oder Tourist zu sein, das ist schon eine vollkommen verschiedene Sache...
aber zurueck zum Anfang...
Der letzte Tagebucheintrag endete mit den Worten: "Abends steige ich in den Bus nach Şanliurfa, versuche zuschlafen und erwache am Morgen des folgenden Tages in einer anderen Welt... nichts extraterrestisch aber doch anders und neu!!! Ich bin in Anatolien - Kurdistan - Mesopothamien, wie es die Menschen nennen (je nach Standpunkt). Die bewaldeten Berge haben sich in eine sandig, gruenlich leicht bewachsene Huegellandschaft verwandelt, in der eine Stadt mit einer voellig neuen Architektur auftaucht! Urfa (jetzt Sanliurfa) beginnt mich zu fesseln, gleich am Morgen meines Ankommens (die Laeden sind noch geschlossen, vereinzelt beginnen die Haendler zu oeffnen, Gruppen von Maennern sitzen am Strassenrand, hier und da tauchen SchuelerInnen in Schuluniform auf) ... verfolge ich einen Motorradfahrer durch das Gewirr von engen Gassen auf der Suche nach einem billigen Hotel (fuer die ComputerspielerInnen: In meinem Kopf tauchen Erinnerungen und Bilder a la GTA auf). Etwas spaeter bin ich bereit zu einem ersten Erkundungsspaziergang, zu Balikgoel... Die Maenner und Frauen tragen andere Kleidung, als ich sie vorher in der Tuerkei gesehen habe: die Maenner eine Hose, die im Schritt weit geschnitten ist. Die Farben sind grau, grau-gruen, braun auch schwarz, und dazu tragen sie eine sanft lilane Kopfbedeckung (die mir sehr gefaellt). Die Frauen sind in samtige lange Gewaender gehuellt und tragen auch ein lilanes Kopftuch, aber auf eine andere Art und Weise und meist mit einem anderen Muster. (siehe Fotos) Nach ein paar Gespraechen und kurzen Laufeinheiten spuere ich, das ich fuer weitere Erkundungen keine Kraft habe und kehre zum Hotel zurueck. Den Rest des Tages verbringe ich im Bett und auf dem Klo! Einziger Lichtblick mein spannendes Buch und nach dem ich stimmen in der Gasse unter meinem Fenster vernehme wird, meine Neugier belohnt! Zwei Jungen spielen ein Spiel mit Muenzen. heimlich filme und fotografiere ich sie und setze etwas freudiger mein Kranksein fort! Am naechsten Tag fuehle ich mich kraeftiger und setze vorsichtig meine Erkundungen vom Vortag fort! Durch kleine Gassen mit kleinen Laeden, Haendler aller Art. Hier und da schaut auch mal ein fleischiges Bein eines Tieres aus den (traditionellen) Reitertaschen eines Motorradfahrers heraus oder das geschlachtete Tier wird auf dem Ruecken in eines der kleinen Geschaeftsnischen verfrachtet. Am Abend begebe ich mich auf die Suche nach etwas fleischlosem Essen (nicht so einfach), werde aber nach einer Erkundigung freundlich an der Hand genommen und zu einem kleinen Lokanta, das sich im Haendlerviertel versteckt gefuehrt! Was gibt es noch? Motorraeder ohne Ende ("problem cok!!!" wie es ein Jugendlicher zu mir am naechsten Tag in einer engen Gasse laessig sagt) und vorallem Pastahane. Viele leckere Baeckereien, die himmlische Gebaecke verkaufen... tuerkische Suessigkeiuten sind ein Traum fuer mich!!! (nicht gerade foerderlich fuer meine Zuckersucht, aber was soll's :-) Dick und Gluecklich!!! Der naechste Tag wird auch ein Tag voller Begleitung!!! Auf dem Weg zum Museum spricht mich ein junger Mann an, ob er mir helfen kann, erfreut ergreift er die Gelegenheit sein Englisch praktizieren zu koennen (lobt mein Tuerkisch) und zeigt mir sehenswerte Orte auf meiner Karte! Im Museum ist es nach 5 Minuten vorbei mit der Stille! Vier Schulklassen im Grundschulalter stuermen das geraeuschlosen Dasein und wieder bin ich umringt von Laerm und Fragen. Danach weiter zum Grab von Hiob und der dazugehoerigen Moschee. Im Bus versucht mich ein Moslem davon zu ueberzeugen, dass ich doch mich zu Allah wenden soll (weil er nicht verstehen kann, das ich keiner Religion angehoere). Er ist der erste, auf den ich richtig sauer werde - teils weil ich eigentlich in Ruhe aus dem Fenster schauen wollte, teils weil ich sein arabisch nicht verstehe und mich das noch wuetender macht! Nicht weit der Moschee ist ein Park und es dauert nicht lange und ich habe wieder unzaehlige neugiere junge Menschen um mich herum. Nach einer halben Stunde kristallisiert sich eine Gruppe Jugendlicher heraus, die mich in die Stadt begleitet und mir eine Fuehrung durch die Gassen und lebendigen Strassen anbietet! So eine Eskorte ist gut!!! Sie schuetzt zwar nicht vor den Blicken, aber vor zu vielen (schon so oft gehoerten) Fragen!! Am naechsten Tag sattel ich mein Rad und radele (ohne es zu wissen) einem der Highlights meiner Reise entgegen. Doch vorerst wird es mein erster Tag auf dem Lande in der Suedostturkei, an dem ich auch in einem Dorf von Kinder mit Steinen beworfen werde (weil ich ihnen kein Geld geben wollte). Im selben Dorf gibt es kurz darauf auch Hilfsbereitschaft und wieder eine Einladung zum Essen und Tee. Beim Radeln haelt ein Abschleppdienst an und laedt mich ein mich mitzunehmen, unterwegs noch ein stehen gebliebenes Auto eingesammelt. Abends eine Ueberraschung: mein fahrrad hat die Abschleppaktion mit einem aufgerissenen Reifen bezahlt! Zum Glueck bin ich in einer Autowerkstatt und somit gibt es keine Probleme, den alten Schlauch und Mantel tausche ich aus und die Alten fliegen kurzer Hand aufs Dach der Werkstatt. So ist das hier halt!!! So verweile ich ungeplannt eine Nacht in Siverek. Am naechsten Tag noch ein Fruehstueck in der Autowerkstatt und dann muss ich meine Weiterfahrt mit dem Fahrrad fast erkaempfen, da man mich auch gerne bis zur Faehre mit dem Transporter bringen moechte! Auf dem Weg zum Nemrut Dag (Berg) eine Einladung zum Picknick von 2 Frauen mit ein paar Kindern, die mich auch in ihr Dorf einladen... aber erstmal auf zum Berg... Die Anblicke die sich mir eroeffnen lassen sich nicht beschreiben, Faszination, Herzklopfen und Traenen bewegen meine Gemuetsstimmung... ohne Worte... (schaut euch die Fotos an!!!) Ich verweile ein paar Tage an diesem malerisch, paradisischen Fleckchen Erde: Einen Tag wandere ich die 15km auf die 2200meter hochgelegene Spitze des Nemrut Dag, dem Goetterberg, hinauf. Einladungen zum Tee und Essen, traumhaft aber reale Panoramasichten, Angebote vorbeifahrender Autos lehne ich ab. Nach sechs Stunden laufen, pausieren, atmen und staunen werde ich an der Spitze des Berges mit Glueckwuenschen und Beifall empfangen. Der Nemrut Dag hat eine kuenstlich aufgeschuette Spitze - eine Pyramide aus vielen Kleinen Steinen. Zwei Terassen mit den Truemmern einst meterhoher Steinstatuen, die antike Goetter darstellen. Die Terrassen sind zur Sonne ausgerichtet! Am Morgen schauen die Goetter und Gipfelbesucher auf einen traumhaften Sonnenaufgang und am Abend auf ein faszinierendes Ende des Tages! Den Sonnenuntergang habe ich selbst miterlebt!!! Aber auch das ist etwas das ich nicht beschreiben kann... Einem der naechsten Tage erkunde ich noch die Hoehlen in der felsigen Landschaft!!! Wenige Worte fuer schoene Momente meines Lebens!!! Von Nemrut Dag geht es wieder zurueck zur Faehre noch einmal die Landschaften einsaugen, bevor ich mich von hier verabschiede... Ich erinnere mich der Einladung von ein paar Tagen zuvor und finde auch das Dorf...
Dies ist der Beginn vieler Momente zu Gast bei Familien,zum Essen oder auch ueber Nacht! Ich bin froh diese Einblicke gehabt zu haben, in Struktur der Haueser und Familien, Rollenverhaeltnisse, materielle Verhaeltnisse und das unterschiedliche Empfinden all diesen Einladungen gefolgt zu sein! Viele Wertvolle Erfahrungen!!! Die Hauser sind sehr einfach eingerichtet, das Leben findet im Aylesalonu (Familienraum) statt! Die Boeden sind mit Teppichen ausgelegt und an den Waenden sind rings um Kissen zum Anlehnen aufgereit! In einer Ecke steht der Fernseher. Gegessen wird auf dem Boden auf einem ausgebreiteten Tuch, auf dem Brot, und ein runder Teller mit vielen kleinen Schalen mit Kaes, Joghurt, Marmelade, Oliven, Tomaten, Gurken, aber auch warme speisen wie Reis und Gemuesezubereitungen serviert werden. Das Essen wir dmeist in einem anderen Raum der als Kueche, Abstellraum und Waschgelegenheit dient, zubereitet. Ein weiteres Zimmer dient als zweites schlafzimer und als Matratzenlager. Am Abend werden matten und denken im Familienraum ausgebreitet, wo sich zum schlafen nieder legt. Das ganze finet aber nach Geschlechtern getrennt in verschieden Raeumen statt. Interessant ist die Mischung aus traditionellen und westlichen EInfluessen. So bin ich auch in Familennzimern mit Couch gewesen, aber gegessen wurde auf dem Boden, slebst in modernen Hauesern... DIe Waende sind recht schlicht geschmueckt, meist ein Kalender und wenige Fotos von Familienmitgliedern (meist Fotos der Eltern oder der Soehne bei der Armee). Es ist schwer dies alles in seinen Facetten zu beschreiben, aber zusammengefasst laesst sich sagen, das es immer eine symbiose von traditonellem und modernen Einfluessen ist. Die Familien haben meistens zwischen 6-10 Kinder, aber es koennen auch 10-20Geschwistern sein!!! Naja so ein Familientreffen ist dann halt recht gross! In den Doerfern ist es meist ein ganzer Clan, der zusammen an einem Ort lebt! (also ein dorf das 3000-5000 Menschen hat besteht im Grunde dann nur aus drei, vier oder fuenf Familien.) Die Art von Gastfreundschaft, wie ich sie in 5 Monaten Tuerkeireise erfahren durfte, beschreibe ich folgender Massen: Auf der Strasse wird mir immer und ueberall geholfen, bei Fragen und kleinen Problemen oder sogar ungefragt Hilfe angeboten. Meist folgte darauf eine Einladung zum Essen. Auch kleine Geschenke gehoeren dazu (ein Becher, eine Kette, ein Rosenkranz, eine alte Muenze... ). Einmal hat mich ein Mann noch auf einen Tee eingeladen um ihn bezahlen zu koennen, nachdem wir kostenlos Baklava gegessen haben, kostenlos im Kino sassen -weil es jedes Mal Freunde von ihm waren! Es gehoert also auch eine finanzielle Gabe dazu... (?) Wenn ich in Familien war, dann war der jenige, der mich eingeladen hatte auch die ganze Zeit an meiner Seite als mein staendiger Begleiter. Als Dankeschoen, gebe ich meistens eine kleine Vorstellung meiner Kunststuecke, Manchmal hatte ich auch das Gefuehl, dass es anscheinend doch nicht so richtig interessant war - ungefaehr so: "danke, aber jetzt lass unbs weiter Fernsehen!!!" In einem Dorf hatte ich auch das Gefuehl mehr oder weniger in eine Welt eingebrochen zu sein mit meiner Erscheinung meinem Erlebnissen, meinem Leben...
In Diyarbakir erlebe ich ein kleines Trauma: Nie wieder Grosstadt - nie wieder Fahrrad - nie wieder Kinder!!! Eigentlich wollte ich nur fuer ein paar Stunden durch die Altstadt von Diyarbakir entlang der alten Stadtmauern schlendern, was ich auch getan habe, aber nie alleine!!! Immer umringt von einer Horde Kinder die staendig die gleichen Fragen gestellt haben. Ich bin gerne bereit auf Fragen zu antworten, doch wenn ich innerhalb von zehn Minuten von dreissig Menschen jedes Mal die drei gleichen Fragen hoere, das hoch gerechnet auf eine Stunde mal fuenf Stunden, die ich in Diyarbakir verbracht habe… AAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAHHHHHHH ZU VIEL!!! Auch am Busbahnhof keine Aussicht auf Erloesung – Ich kann und will nicht mehr!!!!!!!!!
Abends erreiche ich Mardin und bin wieder Mal zu Gast eingeladen... Am naechsten Tag begegne ich einem Mann, durch den ich mit einer ganz anderen Geschichte dieser Region in Beruehrung komme. Er ist Aramaer, Angehoeriger der syrisch-orthodoxen Kirche, nimmt mich mit ins nahegelegene Kloster Deyru Safran. Wir erkunden alte FelsenHaeuser und eine, Abends darf ich mit im Kloster uebernachten. Im Kloster wohne auch ein paar Schueler, und ich schnappe auch ein paar worte arameisch auf. Am naechsten Morgen mit dem Schulbus zurueck in die Stadt und weiter richtung Mydiat und zum Mar Yakup einem weiteren syrisch-orthodoxen Kloster. Im Dorf werde ich erstmal zu einem ausgiebigen Essen in einem Familienhause eingeldaen, bevor ich eine Nacht im Kloster verweile. Am naechsten Tag weiter nach Hasankeyf. Eine Felsenstadt am Tigris. Es is t Sonntag und ich halte es nicht lange aus!!! Zu viele Menschen, von denen ich zu schnell genervt bin, da ich mich noch immer nicht richtig von Diyabakor eholt habe. Nach einer kurzen Erkundung, Einer Einladung zum Essen mache ich mich wieder auf den Weg. Noch ein kurzes Photoshooting an der Wiege der Menschheit, am Tigris/ Mesopothamien und weiter nach Batman wo ich zu Gast bei einer Famile und einem Brautpaar bin.
Am naechsten Tag flitze ich weiter: halb mit dem Bus trampend halb fahrradfahrend, weil meine Aufenthaltsgenehmigung in weniger als einer Woche auslauft und das Iranvisum immer noch nicht im Pass ist... Wieder einmal viel zu schnell vorbei an den Bergen, aber dafuer auch kontaktlos zum Militaer, das immer verstaerkter und offensivere Praesenz zeigt. Panzer, bewaffnete Fahrzeuge und Soldaten, in malerischen Landschaften – die dadurch leider dem Kameraobjektiv entzogen werden... (Eine Einladung in Tatvan sie hier nur der Vollstaendigkeit halber erwaehnt) Als ich am Morgen in Van mit der Faehre anlege treffe ich die esten Radler nach ca. acht Monaten. In Van verweile ich ruecksinnend und vergleichend ein paar Tage. In Van gibt es eine Katzenart, die vor dem aussterben bedroht ist, das besondere an diesen Tieren ist, dass sie ersten immer ganz weiss sind, zweoitens ein blaues und ein gelbes Auge haben und drittens die einzigen Katzen sind, die es lieben zu schwimmen. Nach einer Nacht und einem Tag Fahrt mit dem Bus nach Erzurum und zurueck habe ich auch ein (200Euro-teures)Visum fuer Iran in meinem Pass! Da ich es nicht recht glauben kann muss ich immer wieder meinen Pass aus meiner Tasche kramen und einen Blick auf die Schrift werfen, die ich nicht lesen und verstehen kann!
Weiter nach Dogubayazit mit dem Rad und allerei Vierraedrigen Gefaherten. Als ich am Abend in Dogubayazit ankomme werde ich das zweite Mal und abschliessend von Kindern mit Steinen begruesst! Der einzige Grund in dieser Stadt einen Stopp einzulegen ist der Ishak Paşa Saray! Ein Palast mit und das Tor zu 1001-Nacht feeling... Tipp: nicht am Sonntag hingehen - Familien- und Ausflugstag!! :) nichts wie weg!!! aber den Blick auf den grossen und kleinen Ararat nicht vergessen! lohnt sich!
Jetzt bin ich seit einer Woche in Iran und angenehm ueberrascht - ein neues Kapitel... bis gleich Jacob |
|
|
| |
| Datum: Tue, 28. 4. 2009 |
Ort: Şanliurfa |
Land: Türkiye |
Wieder 4 Wochen und es ist viel passiert!
Nach einer Woche Kletterurlaub habe ich in Datçia erstmal vor dem Regen kapitulliert und mich wieder den Büchern gewidmet. Genaechtigt habe ich bei einem Taubenzüchter, der schon seit seiner Kindheit sich in diese Tierchen verliebt hat. Bevor es dann weiterging noch eine kleine Radtour zur Inselspitze und am naechsten Tag wieder im Sattel… die Beine haben die Berge verflucht und mein Sitzfleisch den Sattel, der Kopf die ganze Idee an sich, doch nach drei tagen hat die Reiselust und die Begegnungen mich wieder vom gegenteil überzeugt! Und es hat ich wirklich gelohnt!!! Wieder eine Tour wunderschöner Ausblicke, herausforderder Anstiege und langer berauschender Abfahrten. Von Datçia ging es richtung Marmaris, weiter Richtung Denizli. Eigentlich nicht ganz der Weg Richtung Osten, aber ichwar so frustriert, als ich ein paar Wochen zu vor an den herlichen Landschaften mit dem Bus vorbei gerast bin, dass ich ich beschloss einen Bogen zu machen. Nach 8-10Stunden fahren, staunen, fotografieren, bin ich abends meistens in ein Dorf eingetrudelt. Habe mich nach einem geeigneten Platz für mein Zelt erkundigt, was auch meistens kein problem war. Sonder eher das ,gegenteil. Einmal hatte ich schon mein Zelt aufgeschlagen, wurde dann aber doch noch in ein Haus zum Essen und übernachten eingeladen. Ein anderes Mal habe ich noch gelesen, als plötzlich eine Taschenlamoe auftauchte! Ein kurzer Schreck, aber es folgte wieder eine Einladung zum Tee, Essen und ein langer Abend mit vielen gegenseitigen Befragen. Ein anderes Mal habe ich mittenim Dorfzentrum mein Zelt aufschlagen dürfen und meine Abendgesellschaft war eine drei-köpfige Bande von 17Jaehrigen, die mir eine Rasur verpassten, mit mir Tee getrunken und Karten gespielt jhaben und mir ganz stolz ihren Freund vorgestellt haben mit der bemerkung “der ist schon 18” :-) Wir haben zusammen mit vielen anderen Maennern im çayevi(Teehaus) gesessen und auch die jungen haben schon wie die alten geraucht und die Karten auf den Tisch gehauen. Auf dieser tour stelle ich auch einen neuen Geschwinbdigkeitsrekord von 66km/h auf, mit dem ich auch mal kurzer hand 3 Autos überholen darf (Aetsch!). Hin und wieder bleibe ich aber auch abends alleine, um Zeit zum schreiben und lesen zu haben, werde aber auch oft von der Müdigkeit schnell eingeholt.
Tagsüber gab es viele Einladungen zum Tee und kurze Gespraeche, solidarisches Hupen und Jugendliche, die auf ihren Motorraedern von Dorf zu Dorf düsen. Der Helm wird (wenn vorhanden) meistens mit dem Arm gehalten (für den Fall das mal eine Polizei-Kontrolle in Sicht sein koennte).
Wie schon erwaehnt wieder einmal wunderschöne landschaften, bis ich nach fünf Tagen das Besagte Stückchen Natur erblicken durfte… (foto mit grossen Steinen). Danach führte mich mein Weg nach Osten Richtung Fethiye. 40km vor Fethyie tauchte ein Tunnel mit einem unerfreulichen Schild auf, und einer umstaendlichen Alternative. Tunnel für Radfahrer etc. Verboten (siehe Fotos) und eine kilometerlange bergige Ausweichstrasse. Also Daumen hoch und dann gab es wieder so einen Moment den ich Fügung nenen würde! Das erste Mal das mich zwei Frauen beim trampen in der Türkei aufsammeln. Nach einer Fahrt mit etwas türkisch und englisch erhalte ich eine Einladung in das Büro der Fahrerin, um mich über mein naechste Reiseziel kelebekler vadisi informieren zu dürfen. An diesem Tag führte aber kein Weg mehr dorthin, also wo hin mit mir? Nach kurzem Überlegen erhalte ich eine Einladung in das Sommer- und Wochenendhaus der besagten Frau! Baff! Eine kleine Villa für mich allein zur freien Verfügung (siehe Fotos)! Eine Dusche, ein Bett und eine Waschmaschine genau zum richtigen Zeitpunkt! Als wir das Haus betreten gibt es eine kleine Überraschung! Das Wasser tropft von der Decke. Ein Defekt in der Toilette (bei türkischer Bauweise nicht verwunderlich – ‘tschuldigung für dieses Vorurteil, aber ich habe noch kein Haus in der Türkei gesehen, dass nicht geschimmelt hat oder halbwegs mangelfrei war). Bei einem Glas Rotwein erzaehlt sie mir, das sie Leute wie mich vor ein bis zwei Jahren nicht mal gesehen haette und einfach an mir vorbei gerauscht waere. Nach einem interessanten Gespraech habe ich mich erstmal in “meinem” neuen Heim eingerichtet. Nachts bin ich durch das Prasslen und Rauschen des Regens aufgewacht, aber nicht draussen, sondern drinnen. Der Regen strömte vom Dach direkt ins Haus. (Also nicht der Abfluss). Am naechsten Tag wollte ich weiter ins Hippietal, aber wohin mit meinem Fahrrad? Alles kein Problem, “du kannst die Schlüssel fürs Haus behalten, dein Fahrrad und was du nicht brauchst hier lassen und es nach ein paar Tagen wieder abholen!” Baff! Cool! Also auf zu einem weiteren kleine Paradies auf Erden –dem Schmetterlingstal!
Es gibt nur zwei Wege dort hin 1. Vom Meer oder ein 30minütiger steiler Abstieg. Ich habe mich für den zweiten Weg entschieden, Daumen hoch und nach kurzer Zeit bin ich auch schon da. Hin und wieder klappt mir der Kiefer herunter weil die Natur um Fethyie wirklich wunderschön ist! (Als Tipp: es gibt einen ca. 500km langen ausgeschilderten und markierten(!) Wanderweg (lykia yolu/ Lycia path) von Fethyie bis Antalya entlang der Küste. Lohnt sich glaube ich!) Ä�m Kelebekler Vadisi habe ich drei Tage für mein Essen und meine Unterkunft geearbeitet. Strom gibt es nicht, nur abends wird für ein paar Stunden ein Generator betrieben. Um diese Jahreszeit ist es ruhig und fast menschenleer. Da es nicht viel zu tun gibt lohnt es sich entweder zum arbeiten oder zum wirklich nichts tun zu kommen. Im Sommer tummeln sich bis zu 200 Menschen aus der ganzen Welt an diesem Ort (strupellige Hippies, die gerne auf Instrumente einwirken- das Ganze auch noch in Gemeinschaft, nur dass es in den seltensten Faellen zwei menschen gibt, die wirklich ein gemeinsames Klangerlebnis weben :-) genung gelaesert. Nach drei Tagen Gras schneiden, drei nahe zu perfekten Sonnenuntergaengen mach ich mich wieder auf den Weg zu meiner Villa und meinem Radl. Diesmal zu Fuss auf dem besagten Lykia-Weg! Noch ein abendliches Gespraech und eine Nacht im Eigenheim, bis ich dann wieder durch die Berge nach Antalya strampel.
Die Landschaftsentwicklung von Datçia bis Mersin laesst sich ungefaehr so zusammen fassen Um Datçia sehe ich haup0tsaechlich Oliven und Mandeln, spaeter wieder mehr Obstbaueme (orangen und andere Zirtusfrüchte ander Küste, in den Bergen Aepfel) Ab Antalya ist das Bild durch Tourismus(-Hotels gepraegt), ab Adana Erdbeeren, Bananen bis ins Bananen-Paradies Anamur. Ebenso Gemüse (Tomaten, Gorken, Schotenfrüchte). Je weiter ich nach Osten fahre um so karger werden die Berge, aber auch zwischen Alanya und Anamur gibt es riesige dichte Waelder direkt entlang der Küste.
Der Weg nach Antalya: karge Berge und ein Neuer Rekord 68km/h! In Antalya erinnere Ich mich an eine Begenung aus Ä�stanbul. Ich entscheide mich für den lokalen Bus bis Side um dort einer Einladung zum Bier zufolgen! Leider war die betreffende Person nicht vor Ort, aber das versprochene Bier gab es trotzdem. “MAN SPRÄ�CHT DEUTSCH” wer nach Side kommt wird nichts vermissen müssen, shopping, deutsches essen, verkaeufer die deutsch sprechen… schönen Urlaub noch! Und nichts wie weg, aber so sieht es fast an der gesamten Küste von Kemer bis hinter Alanya aus. Hotels, 50Meter Strand mit der Geraeuschkulisse einer vier bis sechsspurigen Strasse und überall shopping-malls. “Disco- Disco-Partysany”!!!
Hinter Alanya, hört das ganze zum Glück auf und das Auge darf sich wieder an Natur erfreuen. Dennoch entscheide ich mich teilweise für den Bus, weil die kleine Strasse doch recht stark befahren ist. Zwischen Alanya bis Anamur werden hauptsaechlich Bananen angebaut, die dann in die Türkei verteilt werden. Nach drei Tagen unwohlsein und schleppendem vorrankommen “fügt sich mal wieder alles”. An einer unasphaltierten Strasse, wartet ein freundlicher Fahrer auf mich, der mir spaeter erzaehlt, dass er mich heute schon auf dem Weg nach Anamur gesehen hatte und jetzt wieder auf dem Weg nach Mersin sei! Da ich das durchfahren von grossen Staedten! Naehme ich seine Einladung an, woraus sich wieder ein schöner abend im kreiser zweier familien entwickelt, viel Essen, das P=rivileg der Gast zu sein, und als Dank gebe ich eine kleine ZirkusvorstelluÄ�ng, zeige Bilder von meiner Familie. Am naechsten Tag erwache ich im Haus meines Gönners, ein gemeinsames Frühstück mit der familie und anschliessen noch der Transp0ort zum Otogar (Busbahnhof) wo mir der Mann sogar noch ein Busticket schenkt! Ich hoffe das mich all die menschen einmal besucghenund ich mich erkenntlich zeigen kann! In Mersin verbringe ich noch einen sonnigen Sonntag, beobachte Familien, werden von tausenden Jungen umringt und ausgefragt, erhalte eine jugendliche Eskorte, flüchte mich in einen anderen kleinen Park, um ein bischen Luft und Zeit zum lesen zu haben, wieder Gespraeche und tausend fragen… türkei ist nicht der Ort um alleine zu sein!!! Abends steige ich in den Bus nach ŞanlÄ�urfa, versuche zuschlafen und erwache am Morgen des folgenden tages in einer anderen Welt aber davon spaeter mehr… Jetzt noch 3 Wochen Südosttürkei, bis meine Aufenthaltsgenehmigung ein zweites Mal auslaeuft
Jacob (auf mein Visum warte ich leider immer noch…)
|
|
|
| |
| Datum: Sat, 4. 4. 2009 |
Ort: Datçia |
Land: Türkiye |
Die vergangenen Wochen in der Türkei
In Bergama Beziehe ich das erste Mal seit Reisebeginn ein Hostel und treffe das erste Mal in der Form auf andere Reisende. Ich fühle mich schnell recht wohl, da ich gleich im Eingangsflur ein Regal mit einer Bücherbörse finde, in der ich auch gleich zwei Bücher eintausche!
(Apropo Bücher! Das hatte ich schon lange mal vor zu erwähnen. Da ich ohne Sie nicht richtig auskomme, habe ich auch stets ein paar (ZU VIEL!!!) bei mir. Im Durchschnitt habe ich 15Stück an der Zahl (Tendenz steigend) bei mir. Diese Summe ergibt sich, folgendermaßen: Ich habe die Fahrradreparaturhilfen, Wörterbücher und Sprachführer mit hineingezählt, so dass ich trotzdem immer noch auf vier bis sechs Romane bzw. Sachbuecher komme. Aber: ab jetzt wird alles anders seit dem ich weiss was mich im Sueden und Osten erwartet, da freue ich mich ueber jedes Gramm Luft in meinem Gepäck!!!)
Streifzüge durch die Stadt, winzig kleine Geschäfte(zwischen 9 und 12qm), in denen Händler, Schuster, Schneider, Bäcker, Wasserhahn und Autoteile verkaufer, Handwerker aller Art. Hier und da wird ein Tee getrunken, Kleidung repariert (oder eine Bestellung angefertigt), ein Kunde wartet auf seine Schuhe... Ein bisschen erinnert es mich an Istanbul, nur alles etwas kleiner.
Irgendwann gelange ich ins Romaviertel wo ich mich durch kleine Gässchen schlängel, kurz einer alten Frau auf ihrem Weg folge. Irgendwann treffe ich auf drei Jugendliche, die auf einer Mauer sitzen und sich necken und mich mit einem freundlichen, gewagt frechen “hey motherfucker” begrüßen. Ich antworte und grüße auf türkisch und schon hat sich die ganze Situation gewandelt. Sie sind überrascht unud neugierig. Wollen etwas wissen, lachen versuchen mir ein “Schimpfwort” zu erklaeren, das ich nicht verstehe und ärgern sich dabei gegenseitig. Nach ein paar Minuten verabschiede ich mich von ihnen mit dem Versprechen ihnen das Foto, das ich von Ihnen gemacht habe, später zu senden. Auf dem Weg zurück Richtung Zentrum, biege ich in eine weitere Gasse ein, um nicht auf dem gleichen Weg zurückkehren zu müssen. Ein ca. 17Jähriger spricht mich an, da ich mein “Trouristsein”schwer verbergen kann und er nicht versteht, was ich hier will. Auch er lädt mich kurzer Hand zum Tee ein, nach dem er merkt das ich ein wenig Türkisch spreche. Wir gesellen uns zu ein paar Männern vor einem der vielen Teehäuser, in denen den ganzen Tag gespielt, geraucht und Tee getrunken wird. Schon in den ersten Minuten wird sichtbar, dass es hier eine klare Hierarchie in der Alterstruktur gibt. [ob es sich um eine Zigarette, einen heruntergefallenen Spielstein oder einen Sitzplatz handelt ist egal, ich glaube ein System einer Hierarchie zu sehen, das ich aber nicht ganz verstehe] Im Cafe lädt mich ein junger Mann ein, mich zu ihm zu gesellen. -er spricht sehr gut englisch. Er ist noch in sein Kartenspiel mit Anderen vertieft, verspricht mir aber im Anschluss daran, eine gemeinsame Runde Tavla. Leider ist wird daraus nichts, da er einen Anruf bekommt um mit seinem Sohn zum Zahnarzt zu gehen.
Die Akropolis Am naechsten Tag begebe ich mich mit den anderen beiden Hostelbesuchern zur Akropolis. Über die Akropolis bin ich etwas enttäuscht, da die Informationstafeln oft in sehr schlechtem Zustand und teilweise nicht mehr zu entschlüsseln sind. Hier wäre es hilfreich gewesen, einen Guide gehabt zu haben. Wie jede griechische Polis hat auch diese ein Amphietheather, in dem ich zum Spaß ein paar Minuten mit meinen Bällen jongliere. Kurz darauf spricht mich eine Gruppe Schüler an, ob sie mich für ihren Englischunterricht interviewen dürfen. Daraus wurde dann eine Mischung aus kurzen türkischen Sätzen, gebrochenem Englisch sowie der hilfe zweier wörterbücher Wieder eine Gelegenheit für mich ein wenig türkisch zu üben, da die Verständigung auch in Englisch nur sehr gebrochen funktionierte. Aber mit gutem Willen. Abends gehe ich mit den beiden Reisenden aus dem Hostel noch auf die Suche nach einem kleinen Lokanta. Dabei fällt mir auf, wie sehr ich noch an Istanbul -an die Fülle und das (Über-)Angebot der Großstadt gewöhnt- bin.
Regenrettung Nach drei Tagen verlasse ich Bergama im Regen. Tagesziel: Foça. Es regnet den ganzen Tag mal mehr mal weniger, bis ich endlich die Küste erreiche. Knappe 20km vor dem Ende meiner Tagesetappe gerate ich in ein Gewitter. Anfangs scheint es mir noch ferner zu sein, als es tatsächlich ist. Es regnet in Strömen, meine Kleidung beginnt sich immer mehr mit externen H2O zu vereinen und plötzlich beginnen über mir die Blitze zu zucken, der Donner schlägt krachend um sich und ich bekomme Angst. Als ich dann noch einen klitze kleinen elekrtischen Schlag in meiner linken Hand verspüre will ich nur noch wo anders sein. Zum Glück erreiche ich ein paar Minuten später einen halb überschwemmten Campingplatz. Erstmal einen Tee trinken, Aufwärmen und dann weiter sehen. Ein Blick auf die Uhr verrät mir, dass ich nur noch 1,5h Tageslicht habe, bevor ich eine Lösung für ein Nachtquartier gefunden haben muss. Ich frage nach einem freien und warmen Zimmer und bekomme einen unverschämt hohen Preis angeboten. Da ich keine Lust zum Handeln habe Ich mich zu gehen und mein Glück zu versuchen. Der Tee kostet mich dann -nach ein paar unentschlossenen Blicken zwischen den anderen- weitere unverschämte 2Lira. [Ich kann das vielleicht an dieser Stelle nicht treffend wiedergeben, aber es hat etwas mit Tourismus zu tun und der Art und Weise wie die Menschen einen betrachten.] Das Gewitter ist inzwischen weitergezogen, und es tröpfelt nur noch vereinzelt. Schon nach wenigen Kilometern spüre ich, dass ich Foca, in diesem Tempo nicht vor Einbruch der Dunkelheit erreichen werde. Doch auch hier gibt es wieder eine kleine Rettung. Vor mir hält ein kleiner blauer Transporter, vollbepackt mit Kisten, aber irgendwo wird es da noch einen Platz für einen durchnässten Radfahrer inclusive Rad und Gepäck geben (siehe Fotos). Und in Null-Komma-Nichts bin ich in Foça. Sie helfen mir noch dabei eine Pansion zu finden und verabschieden sich dann. Ich finde ein nettes kleines Stübchen mit Wärme und Platz zum Trocknen. Mit den Worten “I like biker” erhalte ich meine Bleibe zum Freunschaftspreis, da der Passionsbesitzer, selbst (Moto)biker ist. Als Beweis dafür hält er mir seinen gebrochenen Arm hin. Nach einer kleinen warmen Mahlzeit in einem Lokanta, kurzer Konversation freue ich auf ein warmes Bett im Trockene.
Fahrrad freier Tag Am nächsten Morgen lädt mich der Pasionsbesitzer zum Frühstück ein, worauf sich dann ein sehr interessantes Gespräch (erst türkisch und dann in gutem english) mit zwei weiteren Besuchern ergibt. Im Anschluss daran fragen sie mich ob sie mich ein Stück mitnehmen sollen und so bekomme ich noch die Chance einen Lift Richtung Izmir zu erhalten. Aus dem Lift wurde dann ein ganzer Tag. Erst ein Stück der Tagesetappe im Auto, dann weiter mit dem Zug, und letztendlich mit einem Erstatzbus der türkischen Bahn. Ich hatte zwar geplant nach Izmir mit dem Zug zufahren, da ich das Gefahre in Großstädten gerne vermeide, aber hatte nicht vor die ganze Strecke so zurück zu legen. Mittags erreiche ich Izmir gerade rechtzeitig um dem Freitagsgebet (dem wichtigsten Wochentag für gläubige Muslime) auf mich wirken lassen zu können. Im alten Stadtkern befindet sich eine Moschee, die aber nicht groß genug ist, für alle Gläubigen, so dass sich in den Gassen die Männer vor der Mosschee auf vielen Gebetsteppichen versammeln, während um sie herum der Alltag vieler anderer Menschen weiter geht. Ein interessantes Bild aus Gedränge, Dichte, Gesprächen, dem Ruf des Muezzins, dem Kontrast der Welt der Religion und des Konsums und der Großstadt. Am späten Nachmittag habe ich dann noch meinen fahrradfahrfreien Tag durch eine Fahrt mit der Fähre komplettiert. (Die Tachoanzeige hat die 1000m Marke an diesem Tag definitiv unterschritten!!!)
Wunderschoenes Wochenende in Izmir
In Izmir habe ich Freunde besucht, mir die Stadt einbisschen zeigen lassen, mich von türkischer Kochkunst verführen lassen und zwei schöne Abende mit lieben Menschen verbracht. An diesem Wochenende ist in “dem Sinne” nichts wirklich aufregendes passiert, aber die Art und Weise des Miteinanders, die Art der Gastfreundschaft hat mich tief berührt und beeindruckt! Am Samstag habe ich als Danke Schön eine kleine Vorführung gegeben und via Internet über meine bisherigen Erlebnisse und Eindrücke erzählt! Viele TürkInnen, die ich getroffen habe würden auch gerne reisen, aber dafür reicht bei vielen das Geld nicht, sowie Probleme mit Schengenvisa etc. erschweren dieses Vorhaben erheblich. Sie haben sogar zugegeben etwas neidisch auf mich zu sein. Sonntag hat sich dann spontan noch ein tiefes und für mich sehr wichtiges Gespräch zwischen uns entwickelt. Dennoch heißt es für mich Abschied nehmen.
Weiter nach Efes, Entlang der Küste Richtung Efes wird die Landschaft etwas karger, die steinig felsigen Berge und Hügel verfärben sich in gelblich-braunen und rötlich-braunen Farben mit dunkel grünen, gelblich-grünen Baumen und Gewächsen. Bis Ich in die weite und offene Landschaft um Selçuk/Efes hineinradele. Auf der eine Seite wieder das Meer, diesmal in der Ferne und auf der Anderen umgeben Erhebungen und Berge die Ebene. Rasch ein Hostel finden, Preis aushandeln und auf zu Stadterkundungen. Nach einem kleine Essen bleibe ich neugierig vor einem Teehaus stehen und beobachte das Spiel zweier Männer. Nach kurzem Überlegen geselle ich mich an einen Nachbartisch Danke für die Einladung zum Tee, beantworte neugierige Fragen zu meinem Fahrrad und komme schließlich auf mein persönliches Anliegen zurück. Das Spiel: türkische Dame, wie ich erfahre wurde dies früher viel gespielt, bevor Tavla und die anderen Spiele sich mehr und mehr durchgesetzt haben. Nachdem Ich die Regel begriffen habe und mich sattgesehen habe, mache ich mich wieder auf den Weg. Wieder mal weg vom Zentrum in die Wohngegenden und zu meiner Überraschung und Freude sehe ich eine Gruppe Jungs ein Murmelspiel spielen, dass mir nur einen Tag vorher bei meinem Besuch in Izmir erklärt wurde. Neugierig frage ich die Jungs nach dem Namen und den Regeln und bekomme sogar noch eine Murmel als Geschenk zugesteckt. Ein paar Straßen weiter sehe ich eine Gruppe Jungen Fussball spielen und daneben gleich eine Gruppe Mädchen. Natürlich spielen die Jungs auf dem Platz und die Mädchen daneben. Nicht, dass in der Türkei der Spielealltag der Kinder immer so aussieht, aber fast überall habe ich Kinder Fussball spielen sehen - in der Schule, in der Straße, auf dem Bolzplatz. Aber auch in Internetcafes tummeln sich Jungs und Heranwachsende vor Computern und spielen Computerspiele der unterschiedlichsten Art.
Am nächsten Tag mache Ich mich mit einem Geschwisterpärchen auf, die Überreste von Efes zu erkunden. Und diesmal bin Ich wirklich beeindruckt. Es ist auch wesentlich spannender als in Bergama, da es hier reichlich Gelegenheiten gibt, sich von Zeit zu Zeit zu der einen oder anderen Reisegruppe hinzuzugesellen und dem Guide zu lauschen. Auch die Informationstafeln sind wesentlich zufriedenstellender als in Bergama. Nach einer langen Wanderung, kleinen Erkundungen und einem kleiner Fotoshooting, legen wir im Theater einen kleinen Zwischenstop ein.Wieder nutze ich die Chance meine Jonglierkeulen auszupacken und ein wenig zum Spaß zujonglieren. Am Ende dieses beeindruckenden Museeumsbesuches treffen wir noch einen alten Mann, der durch die Ruinen gestreift ist und allerlei Pflanzen gesammelt hat. Spannend was so alles essbares auf den Wiesen wächst. Am nächsten Tag kaufe ich mir noch eine Koranübersetzung, lasse mich bei einem Teppichhändler ein wenig über Herstellungsarten, Qualitätsmerkmale sowie Verwendung unterschiedlicher Teppiche und Vorleger unterrichten.
Starrsinn und Frust Weiter Richtung Süden, immer am Wasser entlang, komme ich in die erste Sackgasse. Eine Straße auf meiner Karte hat nicht die versprochene Verbindung, so nehme ich den nächsten Dolmus und fahre zurück nach Söke von dort weiter per pedales Richtung Didim -in der Hoffnung dort eine Fähre zu finden. Auf meinem Weg frage ich oft, doch kein Mensch kann mir eine zufriedenstellende Antwort geben. Die Einen sagen Nein, die Anderen ja, und Viele wissen es nicht. Doch ich bleibe etwas sturr und denke nur: ich will aber mit der Fähre fahren. Noch bevor Ich Didim erreiche ist es zu dunkel um weiter zu fahren. In einem Ort bleibe ich unter einer Straßenlaterne stehen, bis mich ein Jandarm, mit geschulterten Gewehr anspricht. Nachdem ich ihm kurz versucht habe meine Lage zu schildern holt er einen Vorgesetzten, der sehr gut englisch spricht. Auch sie sind sich nicht sicher, ob es um diese Jahreszeit Fähren gibt. Nach ein wenigem Überlegen, immer wieder Fragen an den Commander, der mysteriös im Gebäude verborgen bleibt, fragen die Jandarmen für mich ob noch Platz im Bus für mein Fahrrad sei. Als auch dies nichts nützt gibt mir der Englischkundige das Geld für den Bus nach Didim und sagt er habe Befehl sich wieder seinen Pflichten zu widmen. Erstaunt und trotzig entscheide ich mich mir einen Schlafplatz im Dunkeln zusuchen und am nächsten Tag wieder mein Glück zu probieren. Am nächsten morgen erwache ich früh voller Motivation ein Boot nach Bodrum oder Dacia zu finden. Noch weiß ich nicht, dass ich am Abend voller Frust und nach einer langen Busfahrt Dacia erreichen werde. In Didim treffe ich auf viele Engländer, Hilfe, aber auf kein Boot, das mich übers Wasser bringt am fr+hen Nachmittag lande ich zum zweiten Mal voller Frust in Söke. Zahle widerwillig das Geld für den Bus. Fahre vorbei an beieindruckenden Landschaften und kann das alles garnicht genießen. Die Preise für die Busse sind Verhandlungssache und abhängig von Lust und Laune der Busfahrer. Mal Kostet mich das Fahrrad nichts und mal wird einfach der doppelte Preis verlangt. Warum bin ich eigenlich mit dem Bus gefahren? Weil ich eine Verabredung mit meiner Freundin in Olympos zum Klettern habe. Da der Weg aber bis dahin zu weit und die Zeit zu knapp ist habe ich mich für den Bus und anschließend fürs Trampen entschieden. Nach einem entspannten Wochenende mit Caspar (www.reise-rad.de) in Datçia, ein bisschen arbeiten, abhängen, Fruehjahresputz und Ausmisten meines Geäcks, interessanten Gesprächen über das Leben als Türke in Deutschland und Türkei, in der Armee, im Zusammenleben.... breche ich auf zum Urlaub mit meiner Freundin.
Daumen hoch und los gehts!!! Wie immer beim Trampen, erfahre ich erstaunliches und interessantes aus dem Leben anderer Menschen. Am ersten Tag lande ich in Dalem, habe ein interessantes Gespräch (soviel türkisch wie es geht, ansonsten auf englisch) mit einem Kurden, der ebenso Sprachen liebt. Am Morgen erkunde ich noch Dalem, da hier vor ca. 5000Jahren Grabmäler in den Fels gearbeitet wurden (siehe Foto). An diesem Tag habe ich wohl die bis jetzt kurioseste Tramp-begegnung für mich Ich fahre in einem Auto mit zwei MHP –Mitglieder, der radikal-islamischen Partei der Türkei. Aber mit dem Alkoholverbot nehmen sie es nicht so genau, trinken Bier und lachen. Sie haben so gar ein Plakat des Kandidaten für ihren Wahlkreis an den Scheiben kleben. Doch als wir kurz an einer Tankstellen anhalten muss das Bier unterm Sitz verschwinden, da wir den abgebildeten Herren dort antreffen. (witzige Situation – so muslimisch können “radikale” Moslems sein :-) Am Abend erreiche ich Olympos. Zelte noch eine Nacht auf einem Parkplatz um mich am nächsten Morgen hinunter zu den Baum- & Holzhaussiedlungen zu wagen.
Olympos Am nächsten Tag fahre ich zum Flughafen in Antalya und und es beginnt eine Woche Kletterurlaub und Wiedersehen mit meiner Freundin. Zeit haben, am Meer sein, lesen, chillen, türkisch quatschen, baden, am Feuer sitzen, klettern... an einem wunderschönen Ort. Sogar eine Gruppe iranischer Kletterer treffen wir und ich habe meine ersten Kontakte im Iran. Ich bekomme Lust aufs weiterweisen. Die Iraner waren aber richtige Sportler. Unter anderem beherbergte sie den drittbesten Kletterer der mittelasiatischen Länder. Ebenso ein paar bekannte Gesichter aus Istanbul treffe ich. (aber die Kletterszene in der Türkei ist auch nicht so groß) Nach einem traurigen aber schönen Abschied und einem interessanten Tramptag sitze ich wieder in Datçia, bereit in den nächsten Tagen wieder gen Osten weiter zu radeln.
Aber dies ist eine andere Gescichte und soll ein ander` Mal erzählt werden.
|
|
|
| |